Minimalistischer Lebensstil | Anfängerguide

Minimalistischer Lebensstil soll es einfacher machen, nicht schwerer.
Minimalistischer Lebensstil – Der Weg scheint steinig, ist aber einfacher als man denkt.

Ein Minimalistischer Lebensstil hat das Ziel mit möglichst wenig viel zu leben. Doch jeder Anfang ist schwer. Oder nicht?

“Weil einfach einfach einfach ist.” (Werbespruch, Simyo, 2005)

 

Brauch ich das wirklich?

Einfach vor jeden jedem Kauf diese Frage stellen und der erste Schritt ist getan zum minimalistischen Leben. Der zweite Schritt ist dann das Produkt zurück zu legen, sollte die Antwort nein heißen. Dies ist besonders schwer, wenn wir vor Angeboten gelockt werden. Doch gerade bei denen neigen wir häufig dazu Sachen zu kaufen, die wir eigentlich nicht wirklich benötigen. Wer jetzt denkt, dass es schade ist sich ein Angebot entgehen zu lassen, weil man so Geld sparen könnte – noch günstiger ist gar nicht kaufen, wenn es nicht gebraucht wird.

Das A und O

Ausmisten und Ordnung halten ist ein großer Teil des Minimalismus. Das beginnt schon bei Kleinigkeiten wie Badezimmerschrank aufräumen. Oft sind hier Parfüme, Schampooflaschen, Schminke und andrer Kram doppelt und dreifach enthalten. Doch benutzt wird längst nicht alles, stattdessen stehen manche Sachen schon eine gefühlte Ewigkeit darin und warteten auf ihren Einsatz. Ausmisten was du schon lange drinstehen hast und nicht mehr nachkaufen, bis du alte Sachen wirklich aufgebraucht hast. Ähnlich beim Kühlschrank, aufräumen, ausmisten und nach Ablaufdatum ordnen. Was weg muss vorne einreihen, damit es nicht vergessen wird und am Ende im Müll landet. Weiter geht es dann mit den technischen Sachen, wie PC und Handy. Viele haben ein heilloses durcheinander auf ihrem Desktop und alte, nicht mehr gebrauchte Apps auf dem Handy. Ausmisten und ordnen heißt es auch hier. Weiter geht es dann mit Kleiderschrank, Schreibtisch Autoinnenraum und dem Rest der Wohnung.

Minimalismusregel

Wer einmal alles ausgemistet hat, sollte die Sachen so ordnen, dass gleiche Dinge an gleichen Orten wieder zu finden sind. Und natürlich dahin auch immer zurück legen nach der Benutzung. Doch wie sorgt man dafür das nach kurzem nicht wieder alles von vorne beginnt? Hierfür gibt es recht bekannte Regel: Für jeden Gegenstand, der in die Wohnung kommt, verlässt ein anderer die Wohnung.

Gehen statt sitzen

Minimalistisch leben ist leichter als man denkt und beginnt schon bei Kleinigkeiten. Beispielsweise entscheide dich bewusst öfter das Auto stehen zu lassen und zu Fuß zu gehen, wenn es möglich ist. Du ersparst dir so Stress im Verkehr, die Zeit für die Parkplatzsuche, schonst die Umwelt und dein Körper freut sich über die Bewegung an der frischen Luft. Denn selbst wenn es draußen kalt ist, das härtet ab und schützt die Nasenschleimhäute vorm austrocken bei der sonstigen trocknen Heizungsluft. Unterm Strich stärkst du also Immunsystem und sparst dir auch noch Spritgeld. Spritsparen tust du auch, wenn du versuchst deine Besorgungen möglichst alle an einem Ort zu erledigen. Und am besten zu den Zeiten einkaufen, wenn es möglichst Wenige tun. Dies spart wieder Zeit und vermeidet Stress.

Leitungswasser trinken

Ein minimalistischer Lebensstil kann so simple sein, einfach das Wasser aus der Leitung trinken. In Deutschland ist es in der Regel immer Trinkwasser was aus dem Hahn kommt, das hat vielfältige Vorteile. Ab sofort also keine lästigen Flaschen kaufen und schleppen mehr, der Rücken dankt es einem, doch nicht nur der. Das Wasser von zu Hause ist günstiger als aus dem Laden, man spart also. Es ist schneller zum nächsten Zapfhahn gegangen als zum nächsten Laden, somit bleibt also mehr Zeit für andere Sachen. Und obendrein wird die Umwelt geschont durch den Verzicht auf Plastikflaschen.

Zero Waste

Viele Minimalisten achten darauf auch ihren kompletten Müll weitestgehend zu reduzieren, nicht nur auf Plastikflaschen zu verzichten. Dazu gehört verpackungsfreier einkaufen und weniger Dinge wegzuwerfen. Stattdessen ist selbst reparieren angesagt oder verschenken, eintauschen, verkaufen. Aber auch dafür zu sorgen das nicht neue Sachen hinzukommen, die vermutlich schnell zu Müll werden. Dazu gehört auch ungewollte Werbung im Briefkasten. Kleb daher ein Aufkleber drauf, dass dort keine Werbung oder unbezahlte Zeitungen eingeschmissen werden soll.

Zeit für dich

Handy aus, Tv aus und konzentrier dich auf dich. Sei nicht ständig erreichbar für alle und nimm dir Zeit für etwas, was dich entspannt. Viele die versuchen einfach zu leben nachdem Minimalismusprinzip haben meditative Hobbys wie lesen, Briefe schreiben, Natur entdecken, kochen, Gartenarbeit oder Yoga. Einfach irgendetwas, dass einem persönlich hilft zur Ruhe zu kommen, abzuschalten und mit sich selbst ins Reine zu gelangen. Dabei hilft es auch, nicht dem scheinbar Perfektem nach zu jagen das einem andre Leute vorspielen. Lenk deine Aufmerksamkeit auf das für dich Optimale. Zum Beispiel einen Spaziergang mit deinem Lieblingsmenschen im Wald.

“Abends ging ich hinaus in die Dunkelheit, da sah ich einen schimmernden Stern und hörte einen Frosch quaken. Die Natur schien zu sagen: Nun? Ist das nicht genug?” (Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller, 1803 – 1882)

Minimalistischer Lebensstil geht durch den Magen

Hier wird nicht minimiert, sondern bewusster gekocht und gegessen. Kaufe dafür frische Zutaten, am besten natürlichen Bio und verpackungsfrei aus der Umgebung. Dadurch hat man weniger Pestizide in seinem Körper und ein besseres Gefühl wegen der Umweltschonung. Am besten wäre es natürlich, wenn du selbst anbaust. Das geht auch schon bei wenig Platz, einfach Tomatenpflanze auf den Balkon oder Kräutergarten auf das Fensterbrett stellen und fertig. Ebenso sieh Fleisch wieder als Luxusgut an, denn das ist es. Wenn Fleisch billig ist, kann man sich sicher sein, dass in der Tierhaltung, Schlachtung oder/und Verarbeitung zu stark gespart worden ist.

Erlebnisreicher Leben

Mit weniger mehr leben ist ja das Motto. Ein minimalistischer Lebensstil trennt dich von materiellen Sachen, aber gibt dir dafür mehr Erinnerungen. Zum Beispiel kann man seinen Freunden und Familie sagen, dass man keine Geschenke will. Lieber wünscht man sich mit ihnen besondere Momente verbringen zu. So verzichtet man auf einen weiteren Dekorationsgegenstand, um den man sich kümmern muss. Stattdessen erwarten einem ein gemeinsamer Moment mit Menschen, die einem was bedeuten. Lass dich zum campen, gemeinsam kochen oder Spieleabend einladen. Am Ende hatte man scheinbar mehrere Geburtstage längerfristig gesehen, als nur für den Moment wo das Geschenk ausgepackt da liegt.

 

Bildquelle: www.pexels.com