Was ist die Tiny House Bewegung?

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Tiny House Movement – Klein, aber mein

Was sind Tiny Houses? Um was geht es bei der Tiny House Bewegung? Und kann das funktionieren: ein uneingeschränktes, komplettes Leben auf kleinstem Raum auf Dauer zu führen?

Die Idee der Tiny House Bewegung ist simpel. Man verkleinere und vereinfache seine Besitztümer auf das Wesentlichste und fokussiert sich statt einem kapitalistischen Leben lieber auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Dieses Reduzieren seines Hab und Guts wird auch Downsizing genannt und geht Hand in Hand mit einem nachhaltigeren und kostengünstigen Lebensstil. Neben den Markenzeichen -den kleinen Häuschen- gehört zur Tiny House Bewegung also viel mehr auch ein Mindset von einem einfacheren, fokussierten Leben.

Das Leben in Tiny Häusern könnte individueller nicht sein: denn nicht nur die Einrichtung der Tiny Houses ist oftmals ein Unikat, genau auf den Wohnraum zugeschneidert, sondern die Tiny Houses kommen auch von außen in den verschiedensten Optiken daher! Denn der Wohnraum muss hier nicht unbedingt durch vier Wände beschränkt sein! Genau so beliebt wie kleine, transportierbare Hütten, sind auch umgebaute Wohnwagen, Container oder Jurten als kleines Zuhause. Das stark individualisierte Wohnkonzept bringt jedoch auch seine Stolpersteine mit sich: besonders mobile Tiny Houses benötigen eine maßgeschneiderte Lösung, um die Bewohner mit Wasser und Strom zu versorgen und damit ein autarkes Leben erst möglich zu machen. In manchen Fällen sammelt und filtert man beispielsweise Regenwasser oder Photovoltaik-Zellen sorgen für den nötigen Strom. Sind die Krisen des Baus und eines Stellplatzes überwunden, so ist man mit seinem Tiny House weitestgehend unabhängig und kann es überall aufstellen.

Tiny Houses? Das gibt es zu wissen!

So etwas wie Mindestmaße, um bei der Tiny House Bewegung dazu zu gehören, gibt es bei der Tiny House Bewegung nicht. Denn wann bezeichnet man ein Haus schon klein und wann als groß? Jedoch kann klein im Verhältnis zum typisch deutschen Haus gesehen werden: ein 0815 “normal großes” Haus hat normalerweise eine Fläche von etwa 240 Quadratmetern. Bei einem Tiny House beschränkt man sich hingegen auf eine Wohnfläche von 10 bis 40 Quadratmetern.

Das Leben auf so kleinem Raum erfordert zweifelsfrei Verzicht. Jedoch bietet die Bewegung all denen Hoffnung, die bereits heute unter den steigenden Mietpreisen deutscher Großstädte leiden. Denn Tiny Houses bieten eine Lösung für jeden Geldbeutel! Vorgefertigte Modulhäuser ohne Feinschliff gibt es heutzutage bereits für 5000 Euro zu erstehen. Wer von der winzigen Hausbewegung angetan ist, jedoch nicht sparen muss, kann auch bei Tiny Houses Luxus finden. So gibt es sogar Systeme, die ein “Zusammenbauen” einzelner Tiny Houses ermöglichen. Dennoch steht Luxus meist eher nicht im Fokus von Tiny Houses, oftmals setzt man eher auf große Glasflächen bei Tiny Homes, die die Umgebung zum Schmuckstück des Eigenheims machen.

Auch wenn der Preis im ersten Moment also verführerisch klingt, wirkliche Tiny House-Anhänger wollen die Bewegung erleben! Sich nur auf das Nötigste beschränken, lernen mit wenig glücklich zu sein. Also sich lieber selbst finden und weiter entwickeln, anstatt Verzicht zu leben!

Nachhaltigkeit von Tiny Houses

Die Nachhaltigkeit der Tiny Houses ist neben den verhältnismäßig “geringen” Kosten oftmals einer der populärsten Gründe sich für ein Tiny House zu entscheiden. Deshalb sind innovative und besonders ressourcenschonende Lösungen für die Wasser-, Energie- und Stromversorgung bei vielen Tiny Home-Besitzern stets ein wichtiges Thema. So hat die Entscheidung für ein Tiny House oftmals auch ein ökologisches und soziales Bewusstsein als Hintergrund. In der Regel werden bereits beim Bau der kleinen Häuser überwiegend natürliche Materialien und nachwachsende Rohstoffe verwendet. Wer Kosten sparen will, setzt dabei auch häufig auf Materialien, die bereits ein Leben hinter sich haben. Ausgediente Fensterläden, alte Schulbänke oder Scheunendielen können einem neuen Tiny House einen ganz gewissen Charme verleihen!

Dank der sehr kleinen Wohngröße von Tiny Houses ist die Energiebilanz der Häuser überdurchschnittlich gut, besonders im Vergleich zu normalen Häusern. Gleiches gilt auch für den Stromverbrauch. Ein großer Anteil des Energieverbrauchs kann oftmals durch Solarplatten auf den Dächern von Tiny Houses generiert werden. Außerdem verbraucht man Dank der Hausgröße weniger Energie. Denn es gibt nicht nur weniger Raum zu beleuchten, sondern man reduziert meist bereits vor Einzug in ein Tiny House die Menge  seiner Elektrogeräte.

Oftmals setzen Tiny House-Besitzer auf Kompost-Toiletten in ihrem Eigenheim. Diese verringern den Wasserverbrauch um 30% im Vergleich zur normalen Frischwasser-Toilette. Oftmals ist fließendes Wasser in Tiny Homes lediglich durch einen eingebauten Wassertank realisierbar. So muss der Wassertank regelmäßig nachgefüllt werden, was jedoch für ein bewussteren und sparsamen Wasserverbrauch sorgt. Insbesondere da der Wassertank-Austausch einen stets vor Augen führt, wie viel Wasser man im was für einer Zeit verbraucht.

Nutzungsregeln für ein Tiny House in Deutschland

Kommen wir nun zu einem der spannendsten Punkte: Wie sieht der deutsche Rechtsdschungel die Bewegung der kleinen Häuser? Wie ihr euch wahrscheinlich bereits denken könnt, wird das Aufstellen von Tiny Houses in Deutschland nicht so locker gesehen, wie in der Heimat des Movements, dem Land der unendlichen Möglichkeiten, den USA. Dort hat sich die Tiny House-Bewegung quasi als Gegenbewegung zur “bigger is better”-Mentalität entwickelt. Sowohl was Nutzungsregeln für die Größe, das Gewicht und den Aufstellungsort der Tiny Houses gibt es hierzulande strenge Vorlagen.

Die bebauten Anhänger dürfen beispielsweise eine Höhe von 4 Metern nicht übersteigen, auch eine Breite von 2,55 Metern und Länge von 7 Metern muss eingehalten werden, um noch als Anhänger mit Sonderbau durchzugehen. Maximal 3,5t darf das Fahrgestell wiegen, um vom TÜV noch als Straßen-tauglich durchzugehen. Diese Vorgaben darf also nur derjenige ignorieren, der sein Tiny House nicht mobil halten möchte.

Tiny Homes mit festem Wohnsitz hingegen benötigen eine Baugenehmigung und extra dafür vorgesehene Bauflächen. So sollten bereits bei der Planung des Tiny Homes Pläne vorliegen, wie Strom, Wasser, Fäkalienentsorgung und Müll sichergestellt sein werden. Ohne eine Baugenehmigung ist das Aufstellen nur zeitweise auf Campingplätzen möglich.

Wer zieht in ein Tiny House?

Die Bewegung zieht auch in Deutschland immer mehr Interessierte an. Analysiert man die Mitglieder der Bewegung, so stammen sie meist aus der gebildeten Mittelschicht, Umwelt und Unabhängigkeit sind ihnen wichtig. So findet man von Studenten, über junge Kleinfamilien bis hin zu Ärzten die unterschiedlichsten Vertreter des Tiny House Movements. Sie entscheiden sich für ein Leben auf kleiner Fläche also freiwillig, da es ihren ethischen Vorstellungen entspricht und keines Wegs aus finanzieller Not.

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